Fremdenergien – Was sie sind, wie du sie erkennst und wie du dich löst
- Rocio Stamm
- 17. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Fremdenergien erkennen, verstehen und dich wieder mit deiner eigenen Kraft verbinden
Es gibt Momente, in denen du dich selbst nicht wiedererkennst. Du bist gereizt, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Du trägst eine Schwere mit dir, die sich nicht benennen lässt. Du grübelst in Gedanken, die sich seltsam fremd anfühlen und fragst dich: Bin das wirklich ich?
Vielleicht nicht. Vielleicht trägst du gerade Energie, die nicht dir gehört.
Was sind Fremdenergien?
Wir sind keine abgeschlossenen Systeme. Als fühlende, empfindende Wesen stehen wir ständig in energetischem Kontakt mit unserer Umgebung, mit Menschen, Orten, Situationen und Kollektiven. Fremdenergien sind all das, was wir dabei unbewusst aufnehmen und in uns tragen: die Angst einer nahestehenden Person, die unausgesprochene Wut im Raum, das kollektive Erschöpfungsgefühl einer Zeit.
Das bedeutet nicht, dass du schwach bist. Es bedeutet, dass du durchlässig bist und Durchlässigkeit ist eine Stärke, wenn du lernst, bewusst damit umzugehen.
In der schamanischen Weltanschauung gilt: Energie ist lebendig. Sie bewegt sich, sucht Raum, sucht Ausdruck. Wenn wir keine klare innere Verankerung haben, können sich Energien festsetzen, die ursprünglich nicht unsere sind.
Wie erkennst du Fremdenergien in dir?
Es gibt keine einzige, eindeutige Antwort, aber es gibt Zeichen, auf die du achten kannst.
1. Plötzliche emotionale Verschiebungen Du warst in Ordnung, und dann, nach einem Gespräch, einem Besuch, einem Ort bist du es nicht mehr. Die Stimmung hat sich verändert, ohne dass du einen konkreten Grund benennen könntest.
2. Gedanken, die sich nicht „nach dir" anfühlen Manche Gedankenmuster fühlen sich seltsam vertraut an, kommen aber immer dann, wenn du an eine bestimmte Person denkst. Oder sie haben eine Qualität, die deiner eigenen inneren Stimme nicht entspricht, härter, pessimistischer, ängstlicher.
3. Körperliche Empfindungen ohne körperliche Ursache Enge in der Brust, Druck im Kopf, Schwere in den Beinen, besonders nach dem Kontakt mit bestimmten Menschen oder Umgebungen.
4. Das Gefühl, „voll" zu sein Eine diffuse Überwältigung, die sich nicht auf ein konkretes Ereignis zurückführen lässt. Als würdest du etwas mit dir tragen, das nicht in dich hineingehört.
5. Verlust der inneren Stille Du kommst nicht mehr bei dir an. Meditation fühlt sich überladen an. Es gibt kein ruhiges Zentrum, von dem aus du handeln kannst.
Wichtig: Diese Zeichen können auch auf eigene, unverarbeitete Emotionen hinweisen. Es geht nicht darum, alles nach aussen zu verlagern. Es geht darum, ehrlich zu unterscheiden: Was ist meins und was nicht?
Wie löst du dich von Fremdenergien?
Schritt 1: Innehalten und benennen Bevor du irgendetwas tust: Mach Pause. Atme, und frage dich ohne Druck: Gehört das, was ich gerade fühle, wirklich mir? Allein diese Frage kann enorm viel verschieben, weil sie dir aus der Identifikation hilft.
Schritt 2: Den Körper einladen Fremdenergien sitzen im Körper. Bewegung, Erdung, kaltes Wasser auf Hände und Gesicht, barfuss auf dem Boden stehen, all das hilft, dich zurück in deinen eigenen energetischen Raum zu bringen.
Schritt 3: Bewusste Reinigung Eine einfache, kraftvolle Praxis: Stell dir vor, wie warmes, goldenes Licht von oben durch deinen Körper fliesst und alles, was nicht dir gehört, sanft nach unten aus dir herausspült, in die Erde, die es transformieren kann. Manche arbeiten auch mit Räucherung, Salzwasser oder Klang. Das Mittel ist weniger wichtig als die Intention dahinter.
Schritt 4: Eigene Energie zurückrufen Wir lassen nicht nur Fremdes herein, wir lassen auch Eigenes zurück. An Orten, bei Menschen, in Situationen. Eine stille Geste kann reichen: Ich rufe meine Energie zurück. Zu mir. Jetzt.
Schritt 5: Grenzen nicht als Mauer, sondern als Membran verstehen Langfristig ist die wichtigste Arbeit die der inneren Verankerung. Je klarer du weisst, wer du bist, was deine Werte, deine Wahrheit, dein Gefühl von dir selbst ist, desto natürlicher entsteht eine gesunde Grenze. Keine Mauer, die dich isoliert. Eine Membran, die filtert.
Zum Schluss
Fremdenergien loszuwerden bedeutet nicht, dich vor der Welt zu verschliessen. Es bedeutet, bewusst in ihr zu sein, offen und gleichzeitig geerdet. Mitfühlend und gleichzeitig verankert in dir selbst.
Das ist kein Zustand, den du einmal erreichst. Es ist eine Praxis. Ein tägliches Zurückkehren zu dir und genau darin liegt eine der tiefsten schamanischen Weisheiten: Du bist dein eigener Heimweg.
Du erkennst dich in diesem Thema? Dann lass mich wissen, was bei dir anklingt, ich freue mich über deine Gedanken per E-Mail.






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